Den eigenen Weg mit Beharrlichkeit, Entschlossenheit und Geduld zu verfolgen, wird seit jeher als weiser Rat gepredigt. Unbewusst sind wir diesem Rat gefolgt. Aber was uns noch weiter antrieb, war der innere Wunsch inmitten der Natur zu leben. Die Liebe zur Natur ist uns allen innewohnend. Bei manchen bleibt sie verborgen; bei anderen entfacht sie jedoch eine unbändige Leidenschaft, welche sich zu einem unverzichtbaren Grundbedürfnis entwickelt. Dieses Grundbedürfnis begleitet uns seit unserer Jugend.
Ein verschlungener Lebensweg mit vielen und unerwarteten Umwegen hat uns letztendlich hierhergeführt.
Ein entscheidender und schöner Abschnitt dieser Reise begann im Jahr 2001 und dauerte 22 Sommer, und zwar mit dem “la ‘nchianata pub” in Torricella (TA). Aus dem Wunsch heraus, die Harmonie der salentinischen Landschaft zu fördern, verfolgten wir die Idee, das Lokal respektvoll und diskret in die Natur zwischen den Bäumen, Büschen und Gesteinen sowie im Einklang mit dem natürlichen Gleichgewicht des Ortes einzubetten. Trotz der anfänglich entgegengebrachten Skepsis, bürokratischen Hürden sowie einiger begangenen Fehler, können wir heute wohl behaupten, dass das Werk vollbracht wurde.
Heute führen wir ein wohlbehaltendes und angenehmes Landleben.
Morgens das Haus zu verlassen und in das leuchtende Grün eines frühlingshaften Feldes einzutauchen, das von den lebendigen Farben der Blumen durchzogen ist, ist ein beeindruckendes Erlebnis. Wir schätzen uns glücklich und tatsächlich sind wir es auch.
Unsere Großeltern kannten es als einfache Landwirte bereits. Sie lebten nämlich einen Alltag vor, den wir heute als "nachhaltig" bezeichnen würden. Ein Wort, das ein natürliches Gleichgewicht zwischen Mensch und Gea, der Erdmutter, beschreibt. Wir haben diesen Begriff geprägt; sie hingegen lebten ihn ganz selbstverständlich.
Frei von Fernsehen, Werbung, Internet und sozialen Medien lebten sie zufrieden und erfüllt in ihrem kleinen Winkel der Welt, ohne nach etwas anderem zu verlangen.
Geanide ist ein bescheidener Versuch, in die Vergangenheit zurückzukehren in der Hoffnung auf eine authentischere und bessere Zukunft.
Zwar sind wir weit davon entfernt, die Lebensweise unserer Großeltern buchstäblich umzusetzen. Aber wir fühlen uns bestärkt sie als Leitbild haben. In diesem Sinne philosophierte auch Seneca, dass es an sich lobenswert sei, ein Leben anzustreben, das auf gesunden und gerechten Werten beruht; denn allein auch durch das gute Beispiel kann man sich Hoffnung auf eine gerechtere Welt machen.